VON ANDREA HEISE

Der leichte Rückenwind, mit dem die GISA LIONS gen Wasserburg fuhren, war bereits zehn Minuten nach dem Tip Off in eine regelrechte Flaute übergegangen – 10:24 offerierte die Anzeigetafel und bescherte den am Bildschirm mitfiebernden Fans das mulmige Gefühl, dass die Löwinnen an diesem Tag aus der Halle gefegt werden könnten. Das Halbzeitresultat von 22:46 bestätigte diese Befürchtungen.
Aber in den noch verbleibenden 20 Minuten sahen die Zuschauer bei sporttotal.tv eine Begegnung auf Augenhöhe. Die Lions waren im Spiel angekommen und gewannen die zweite Hälfte mit 34:30. Doch nach vier Vierteln offenbarte das nüchterne Ergebnis ein 56:76.
Damit behält das Team von Sidney Parsons weiterhin eine weiße Weste. Glückwunsch zum Sieg! Die Wasserburger Sympathisanten erfreuten sich über weite Strecken des Spiels sicherlich nicht nur am vollständig beleuchteten Adventskranz, sondern auch am sehenswerten Basketball ihrer Mannschaft.
Die Lions hatten auf der Rückreise ausreichend Zeit, zu erkennen, dass sie in der Liga bestehen können, dafür aber eine konstante Leistung auf das Parkett bringen müssen und man sich sich trotz der „Wünsch dir was Zeit“ am besten selbst beschenkt.
Die nächste Gelegenheit dazu gibt es bereits am 23.12. in der heimischen ERDGAS SPORTARENA. Dann empfangen die GISA LIONS die Turnschwestern aus Hannover.
Die von Juliane Höhne trainierten Damen aus Niedersachsen spielen bisher noch keine überzeugende Saison. Die Tabelle weist erst zwei Siege aus und spätestens nach der unerwarteten Niederlage gegen Saarlouis am vergangenen Spieltag sprechen auch die Verantwortlichen von einer kleinen Krise. Aber ein Blick auf das Team Roster macht deutlich, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt und diese wird mit einer gehörigen Motivation – gemäß dem Motto „Wir sind besser als unser momentane Tabellenplatz!“ nach Halle reisen. Angeführt von der nach wie vor formidablen Sasha Tarasova werden die Hannoveranerinnen alles daran setzen, den in diesem Jahr sehr kurzen Weihnachtsmoment mit einem Sieg unter dem Tannenbaum zu verbringen.
Natürlich streben auch die Lions ein weiteres Erfolgserlebnis in ihrem „Wohnzimmer“ an. Auch wenn die Vorbereitungszeit etwas knapp ausfällt, geht es definitiv um viel und nicht zwingend um den Schönheitspreis, sondern um Kampf und Teamplay, der jenen Funken entzündet, der die Basketballlichter in Halle für den Moment etwas heller leuchten lassen.

LET’S GO LIONS!