VON FRANZISKA SEIFERT

Weihnachten ist die Zeit der ehrlichen Gefühle und genau ein solches Gefühl – voller freudiger Überraschung und Glück – strahlte über Charlotte Kreuters Gesicht, als der Ball nach ihrem Korbleger 20 Sekunden vor Ende des Spiels in den Korb fiel. Es war die Vorentscheidung für den 82:77-Sieg der GISA LIONS SV Halle gegen den Turnklub Hannover und das schönste Weihnachtsgeschenk für das Team von Peter Kortmann.

Den Grundstein für diesen Erfolg legten die Löwinnen an diesem Abend jedoch mit einem fulminanten Spielauftakt. 10:0 stand es nach nur wenigen Minuten bevor Hannovers Trainerin Juliane Höhne ihr Team in einer Auszeit wachrüttelte. Doch bis zum 17:4 änderte sich kaum etwas an der Dominanz der Hallenserinnen und das lag an zwei großen Damen. Barbora Kasparkova und Stylianin Fouraki, die beiden Centerinnen der GISA LIONS, zeigten eine überragende Leistung. Gut eingesetzt von ihren Teamkameradinnen (insbesondere Darien Huff) und mit Willen zum Korb gelang eine sehenswerte Aktion nach der anderen. Bereits im ersten Viertel punkteten beide zweistellig (11/12 Pkt.). Die Gäste, die gerade unter den Körben der Verletzung von Teja Gorsic Tribut zollen mussten, kamen langsam ins Spiel, aber konnten zum Ende des 1. Viertels auf 25:16 verkürzen. Auch der Start des zweiten Abschnitts gelang den Saalestädterinnen sehr gut. Konsequent in der Verteidigung und im Angriff mit Wurfsicherheit erarbeiteten sie sich einen komfortablen 38:21- Vorsprung. Doch die Hannoveranerinnen wollten sich nicht kampflos geschlagen geben. Angeführt von Sasha Tarasava und Tessa Stammberger leiteten sie eine Verfolgungsjagd ein und kämpften sich zum Ende der Halbzeit auf 49:40 heran. Nach der Halbzeitpause entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Es gab keine Geschenke und jeder freie Ball wurde hart umkämpft. Die Löwinnen setzten weiter auf Teamplay und hatten bereits nach dem dritten Viertel 21 Assists, während Hannover durch starke Fastbreakpunkte glänzte. Beim 67:61 ging es in die entscheidenden zehn Minuten des Spiels. Und es sollte kein ruhiger Vorweihnachtsabend sondern ein Krimi werden. Hannover war jetzt die Mannschaft mit dem Momentum. Schnelle Punkte und ein Dreier brachten den TKH plötzlich auf 70:69 heran. Aber an diesem Abend wollte vor allem Bara Kasparkova gewinnen – ihre Körpersprache und ihr Einsatz zeigten genau das und so tankte sie sich in zwei Aktionen zum Korb und erarbeitet vier wichtige Punkte für ihr Team. Drei Minuten vor Schluss stand es 78:72 bevor Tarasava mit einem ihrer gefürchteten Dreier Hannover wieder in Schlagdistanz brachte (78:75). Nach der Auszeit der GISA LIONS gab es ein hektisches Run-and-Gun und Punkte wurden zwei Minuten lang nicht erzielt. Danach fasste sich Charlotte Kreuter ein Herz und machte ihr schönstes Weihnachtsgeschenk zum 80:75. Die Schlusspunkte der GISA LIONS gehörten am Ende Spielmacherin Eilidh Simpson, die ohne Nerven zu zeigen, ihre zwei Freiwürfe verwandelte. Die Sirene zum Spielende klang den Löwinnen, Trainergespann Kortmann/Rosanke und allen Verantwortlichen wie süße Glocken in den Ohren und die Mannschaft lag sich glücklich in den Armen.

GISA LIONS: Fouraki (28 Punkt/10 Rebounds/- Dreier), Kasparkova (23/2/-), Kreuter (13/2/2), Simpson (9/8/1), L. Schinkel (5/1/1), Grudzien (2/4/-), Huff (2/2/-, 6 Assists!), Kleine-Beek (-/2/-), White, J. Schinkel, Oswald