Foto: Attila Dabrowski

VON FRANZISKA SEIFERT

Die GISA LIONS SV Halle warten weiter auf den ersten Sieg im Kalenderjahr 2021. Gegen den stark aufspielenden Tabellendritten Herner TC konnten die Hallenserinnen nicht genug entgegenhalten und mussten sich nach erneut körperlich hochintensiven 40 Minuten mit 66:82 geschlagen geben.
Die Schlüsselszene für die deutliche Niederlage war ein fünfminütiger Aussetzer im LIONS-Spiel im zweiten Viertel – doch der Reihe nach.
Das Team von Peter Kortmann sah sich nach vier taffen Spielen binnen zwei Wochen einer ausgeruhten, in voller Besetzung antretenden und mit erstklassigen Profis besetzten Mannschaft aus Herne gegenüber. Erst vorige Woche wurde der Herner Kader durch die Nachverpflichtung von WNBA-Draft Loryn Goodwin noch einmal vertieft. Die Löwinnen selbst mussten am Sonntagnachmittag gesundheitsbedingt weiterhin auf Eilidh Simpson verzichten. 
Der Start des Spiels gehörte den Gästen, die sich durch schnelles Spiel und hohe Trefferquote innerhalb der ersten Minuten auf 8:18 absetzten. Die GISA LIONS versuchten dagegen zu halten, ließen aber zunächst einige Chancen ungenutzt. Wieder war es Barbora Kasparkova, die ihr Team energisch antrieb und beim 15:20 war der Rückstand nicht mehr ganz so hoch. Doch Herne nutze die letzten zwei Minuten des ersten Viertels für einen kleinen 6:0-Lauf und erhöhte wieder zum 15:26. Im zweiten Abschnitt zeigten sich die Löwinnen zu Beginn kämpferisch, konsequenter in Rebound und Verteidigung und holten Punkte auf. Bis zum Stand von 25:29 bei 5:37 min auf der Spieluhr schien noch alles in Ordnung in dieser Erstligapartie. In den folgenden Minuten jedoch verloren die Gastgeberinnen in der Offensive völlig den Faden. Herne erhöhte die Intensität, spielte körperbetont und aggressiv in Verteidigung und Rebound. Damit konnten die GISA LIONS in dieser Phase nicht umgehen. Ein unnötiger Ballverlust nach dem anderen bot dem diszipliniert spielenden Herner Team einfach zu viele einfache Korberfolge. In Viertel zwei machten die Gäste laut Statistik ganze 14 Punkte aus den Ballverlusten der Hallenserinnen. Ein 0:21-Lauf war die bittere Folge und ein fast uneinholbarer 27:50-Rückstand leuchtete zur Halbzeit von der Anzeige. Im dritten Viertel blieb Herne die dominierende Mannschaft, auch wenn die GISA LIONS zu keinem Zeitpunkt aufgaben und weiter tapfer um jeden Ball kämpften (37:66). Etwas Ergebniskosmetik konnten die Löwinnen dann im Schlussviertel betreiben. Da die Entscheidung, wer nach diesem Spiel als Sieger vom Platz gehen würde, bereits gefallen war, gaben beide Trainer ihren Nachwuchsspielerinnen Spielminuten.
Nun heißt es für die GISA LIONS, die durch die Niederlage auf Platz 10 der Tabelle rutschen, sich bis zum kommenden Wochenende zu regenerieren und neu zu fokussieren. Das klare Ziel bleibt in den kommenden sieben Spielen, davon vier zu Hause, genügend Erfolge für den Klassenerhalt zu erspielen. Die nächste Chance haben die Hallenserinnen kommenden Samstag bei den inexio Saarlouis Royals.

GISA LIONS SV Halle: Kasparkova (19 Punkte/- Dreier/5 Rebounds), Huff (10/3/2), Fouraki (10/1/-), White (7/4/-), Grudzien (6/5/-), L. Schinkel (5/2/1, 5 Assists), Thomas (4/1/-), Kleine-Beek (1/1/-), Kreuter (2/-/-), Oswald (-/2/-)