Fotos: Attila Dabrowski und Maria Neumann (privat)

VON ANDREA HEISE

Charlotte Kreuter

Wer in seiner ersten Bundesligasaison knapp 6 Punkte pro Spiel verbucht und damit nicht nur die Gegner, sondern auch die Lions Verantwortlichen überraschte, hat definitiv erneut einen  Platz im Kader verdient und sicherlich auch neue Ziele.
Bereits in der Vergangenheit war sich die hallesche Basketballgemeinde einig, dass Charlotte Kreuter über viel Potenzial und Talent verfügt.  Sie begann, animiert durch die basketballbegeisterte Familie,  mit 9 Jahren beim USV die ersten Schritte auf dem Parkett. Durch die Kooperation mit dem SV Halle führte Charlottes Weg zur WNBL und dort deutete sie bereits ihr Können an.
Charlotte selbst hatte jedoch keinerlei Ambitionen hochklassig zu spielen und fand viele Gründe dafür. Da war zum einen fehlender Ehrgeiz, aber auch die Befürchtung dass Intensität der schulischen Anforderungen, gepaart mit  extremer Trainingsbelastung den Stresspegel in für sie unakzeptable Größe steigen lässt.
Nach Beendigung der 10. Klasse entschloss sie sich für ein Auslandsjahr in den Vereinigten Staaten, um nicht nur ihren Lebenshorizont zu erweitern.
Zurück in Halle war erneut die WNBL als Einsatzmöglichkeit die erste Wahl. Nach dem  altersbedingten Abschied, hat Charlotte sich gegen das Abenteuer Bundesliga entschieden  und spielte dafür in der Regionalliga Woche für Woche groß auf.
Kaum zu glauben, dass die 21-Jährige zum damaligen Zeitpunkt vor allem das mangelnde Selbstvertrauen für diese Entscheidung verantwortlich machte.
Aber bekanntlich entstehen neue Wege in dem sie gegangen werden und genau das wagte Charlotte im vergangenen Jahr.
Rückblickend weiß sie, dass es eben dieser berühmte erste Schritt ist, der neue Türen öffnet.
Schnell stellte sie fest, dass es einfach Spaß, macht auf dem Niveau der ersten Liga zu spielen und das, obwohl mit dem von ihr absolvierten Lehramtsstudium die Zeitfenster nicht üppiger wurden.
Ausgestattet mit dem Vertrauen in das eigene Können war es nur folgerichtig, dass sie eine weitere Saison in Angriff nehmen möchte.
Dass die Motivation hierfür nicht nur das tolle Team, die Leidenschaft für den Sport, sondern die eigenen gewachsenen Ansprüche sind, sich nicht nur im Basketball weiterzuentwickeln, wird sicherlich noch für viele staunenswerte Basketballmomente sorgen.

Lilly Oswald

10 Jahre liegen die legendären Finalspiele  der Lions gegen Wolfenbüttel in der Burgstraße zurück.
In den Pausen wurden die Zuschauer dort von  kleinen Tanzmäusen unterhalten. Eine davon war Lilly Oswald. Für eine große Basketballbegeisterung sorgte bereits zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Laura Hebecker. Diese Begegnung, sowie die Tatsache, dass ein Familienmitglied namens Martin Dornhoff sicher war, dass Lilly nicht nur als Tänzerin eine gute Figur macht, war der Startschuss für den ersten Versuch, einen Ball in den Korb zu werfen und später genau so gut wie Laura zu werden.
Seit diesem Moment  ist für Lilly ein Leben ohne Basketball nicht vorstellbar. Sie sagt „Mir gefällt es  super gut, dass man als Team funktionieren muss. Ein Einzelsport wäre definitiv nichts für mich.“
Und gerade das Bundesligateam, dem sie seit der vergangenen Saison angehört, hat für sie mehr als nur funktioniert. Die ersten Schritte dort ermöglichten ihr auch die Premiere mit ihrem großen Vorbild, wenn auch als Gegnerinnen, auf dem Parkett zu stehen.
Daneben gab es aber natürlich einen anderen besonderen Augenblick. „Ich glaube, einer der spannendsten Momente war mein erster Punkterfolg in der Bundesliga, weil ich damit nicht gerechnet hatte!“
Auch wenn die zurückliegende Spielzeit für die 17-Jährige generell, nicht nur den Corona Bedingungen geschuldet, besonders war, hat sie bereits erste Schlussfolgerungen gezogen. „Aus meiner ersten Saison nehme ich mit, dass Erfolg durch harte Arbeit erzielt wird und nicht durch Ausreden. Man merkt einfach, dass Profibasketballer nochmal eine andere Hausnummer sind. Da kann ich mir noch viel abgucken und hoffe, dass mir die 2. Saison hilft mich weiterzuentwickeln.“
Auch wenn das bevorstehende Abiturjahr und die intensiven Trainingseinheiten kaum Raum für andere Aktivitäten lassen, nutzt Lilly jede sich bietende Gelegenheit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und das ihr innewohnende künstlerische Talent auszuleben. So hat sie bereits klare Vorstellungen, wie es nach der Schule zumindest abseits des Basketballfeldes weitergeht. Ein Studium der Innenarchitektur an der Burg steht ganz oben auf der Liste.
Aber durch ihre Übungsleitertätigkeit mit der U12 des SV Halle bedingt kann sie sich durchaus auch ein Lehramtsstudium vorstellen.
Bis es soweit ist, wird Lilly jedoch den Fokus auf Schule und Basketball legen und vielleicht wird die diesjährige Begegnung mit Laura ihren Traum, genauso gut zu werden wie sie, einen weiteren Schritt näher bringen.

Maria Neumann

Das Küken der GISA LIONS  ist Maria Neumann. Bereits in der vergangenen Saison gehörte sie zum Trainingskader.  Sie überraschte alle Beteiligten mit ihrer unbekümmerten Art und war definitiv kein Lückenfüller, sondern verlangte ihren Gegenspielerinnen in jeder Einheit  alles ab. Somit war es nur konsequent, die 15-Jährige in den aktuellen  Kader zu berufen.
Maria ist durch ihren Vater, in halleschen Basketballkreisen selbst ein bekannter Name, zum orangenen Leder gekommen. Sie definiert ihre Ziele wie folgt: „Ich  möchte mich auf jedem Gebiet verbessern, so dass ich Spielzeit bekomme und meine beste Seite zeigen kann. Ich spiele Basketball weil es mir Spaß macht und ich wünsche mir, dass ich auf der hoffentlich lang andauernden Reise in der Basketballwelt  eine stete Weiterentwicklung erfahre und egal was passiert, ich den Tag immer mit einem Lächeln beende.“
Natürlich wird das Hauptaugenmerk, was den Spielbetrieb betrifft, auf der Regionalliga und der WNBL liegen, aber es wäre für niemanden verblüffend, wenn sie in der bevorstehenden Spielzeit  Einsatzminuten bekäme  Die Wahl der Trikotnummer 34 hat übrigens mit Marias Lieblingsspieler zu tun, dieser gewann  in diesem Jahr die NBA-Meisterschaft. – Träumen darf nicht nur mit 15 Jahren erlaubt sein!

Let’s go Lions!

… für Unkundige
Milwaukee Bucks mit #34 Giannis Antetokounmpo, Griechenland