Foto: Seniorenteam des BVSA 1999 mit Gerd Konzag (#13) und Gunther Schmidt (#11)
Quelle aller Fotos: Archiv Basketball Mitteldeutschland

Am 24.10.2021 feiert Prof. Dr. Gerd Konzag seinen 91. Geburtstag, er gehört zu den Stammgästen bei den Heimspielen
der GISA LIONS in der SWH.arena – ob wir ihm persönlich gratulieren können?

Hier ein paar interessante Informationen für die Jüngeren:

Gerd Konzag war 1953 als Spieler der HSG Humboldt- Universität Berlin Deutscher Meister der DDR und Mitglied der gesamtdeutschen Nationalmannschaft, die an der Europameisterschaft in Moskau teilnahm. Es war die Einzige die auf private Initiative der beiden Trainer aus Ost und West jemals  zu Stande kam. Drei Ostberliner und ein Rostocker Spieler komplettierten das Team mit den Trainern Leo Hübner (Halle), Anton Kartak (Heidelberg) und dem Mannschaftsarzt Harry Jakobi (Halle).

Foto vor dem Bolschoi-Theater: Hübner (1. v. l.), Konzag (4. v. r.)

1954 kam Gerd Konzag nach Halle und begann seine Tätigkeit als Hochschullehrer an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er spielte bei der HSG Wissenschaft Halle in der Oberliga (Hochschulsportgemeinschaft der Martin-Luther-Universität, jetzt USV) und trainierte gleichzeitig in demselben Verein die Oberligamannschaft der Damen. Seine Bilanz:
1954/55: 4. Platz
1955/56: 3. Platz (als SC Wissenschaft)
1956/57 bis 1958/59: jeweils 2. Platz (1958 als SC Chemie Halle)
1959/60 holte er erstmals den Titel Deutscher Meister der DDR nach Halle.

Danach konzentrierte sich Gerd Konzag sich auf seine wissenschaftliche Tätigkeit, promovierte 1965 und habilitierte 1975 als Sportpsychologe. Von 1993 bis 1995 war er zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland.
Das Basketballspielen ließ Gerd Konzag in all dieser Zeit nicht mehr los. Er bildete Sportlehrer aus, entwickelte mit seiner Frau Irmgard ( † ) Lehrmaterialien, trainierte Studententeams und spielt unverändert noch regelmäßig bei den Senioren.

Foto: Uni-Auswahl 1974

 

Wie der Zufall so will, feierte der insgesamt wohl erfolgreichste hallesche Frauentrainer
Gunther Schmidt am 19.10. seinen 86. Geburtstag.
1965 verschlug es den studierten Diplom-Ingenieur (TU Dresden), der danach auch das Trainerdiplom an der DHfK in Leipzig erwarb, von Dresden nach Halle. Seine Tätigkeit als erfolgreicher Jugendtrainer im Basketball in der Elbestadt, mehrere Spielerinnen schafften den Sprung in Auswahlmannschaften, war wohl die Referenz für den Wechsel in die Basketballhochburg Halle zum SC Chemie. Hier hatte nach Gerd Konzag Georg Brock ( † ) das Damenteam übernommen und 1960/61 und 1963/64 die Meisterschaft nach Halle geholt. 1965/66 wurde mit dem 3. Platz die schwächste Platzierung erreicht.
1966/67 übernahm Gunther Schmidt das 1. Damenteam und wurde in der Meisterschaft Zweiter. 1967/68 konnte der 4. Meistertitel gewonnen werden.

Der Höhepunkt wurde in der Saison 1968/69 nach dem erneuten Titelgewinn erreicht: der Einzug in das Finale des Europapokals der Landesmeister, das mit zwei Niederlagen gegen die damalige Übermannschaft des TTT Riga (von 1964 bis 1975 in Folge Sieger im Europapokal!) verloren ging. Fünf bzw. vier hallesche Spielerinnen waren auch an den Erfolgen der Nationalmannschaft beteiligt:
1966: 3. Platz bei den Europameisterschaften
1967: 4. Platz bei den Weltmeisterschaften
1968: 4. Platz bei den Europameisterschaften

Foto: Die Finalisten beim Spiel in Riga

 
 
Foto links:
1965 Auswahltrainer der DDR-Jugendauswahl bei der
1. Jugendeuropameisterschaft in Bulgarien. 

Die Damen-Nationalmannschaft der DDR trainierte er von 1969 bis 1971 sowie von 1972 bis 1990.

 

 

 

 

1968 entscheidet sich die DDR- Sportführung in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1972 in München für ein neues Leistungssportkonzept. „Medaillenintensive“ Individualsportarten werden besonders gefördert.
Basketball wird dem Bereich „Sport II“ zugeordnet. Es gibt nur noch geringe Förderung und starke Beschränkungen: keine Starts bei Olympischen Spielen und internationalen Wettbewerben, kein Spielverkehr im nichtsozialistischen Ausland, Entfernung von den Sportschulen, Trainerentlassungen, Ausgliederung aus den Sportclubs, kaum Sportmaterialimport sowie Versuche, Trainer und Sportler zu anderen Sportarten zu delegieren.

Gunther Schmidt gehörte zu denjenigen Trainern, die dem Basketball die Treue hielten.
Am 19.10.1969 wurde die SG HPW 69 Halle gegründet, eine Betriebssportgemeinschaft der Halleschen Pumpen Werke, deren Betriebsdirektor Armin Knauth und der Direktor für Ausbildung Dr. Bermig dem Basketball als besonders engagierte Förderer weiter zur Seite standen.

Bis 1972/73 war nun der DDR-Meistertitel abonniert, 1973/74 gab es mit dem 2. Platz einen “Ausrutscher”.
Bis 1989/90 konnten durch die von Gunther Schmidt trainierten Teams (1980 wurde der Verein in SG KPV 69 Halle umbenannt, KPV … Kombinat Pumpen und Verdichter) insgesamt 22 Meisterschaften gewonnen werden!

Auch bei und nach dem Zusammenschluss des Deutschen Basketball Verbandes der DDR mit dem Deutschen Basketball Bund hat sich Gunther Schmidt in verantwortlicher Tätigkeit engagiert.

Foto: 1996 Camp mit Detlev Schrempf, deutscher NBA-Profi (Schmidt oben rechts)

Bis zum heutigen Tag ist Gunther Schmidt im Hintergrund mit den verschiedensten Aktivitäten bei den GISA LIONS und dem Basketball Verband Sachen-Anhalt befasst. Ein Blick in das von ihm geführte Archiv Basketball Mitteldeutschland lohnt sich auch.

Gerd Konzag und Gunther Schmidt gelten alle unseren guten Wünsche, mögen sich beide noch lange beim wöchentlichen Basketballspielen im Senioren-Mixteam des USV Halle fit halten!

Das Senioren-Mixteam 2016 bei der Verabschiedung des Hallenmeisters der Weinbergsporthalle in den Ruhestand
2. v. l. Gunther Schmidt, 5. v. r. Gerd Konzag (Foto privat)

 

… und am 24.10.2021 um 16 Uhr in die SWH.arena!