Foto: Andrea Heise

VON ANDREA HEISE

Die GISA LIONS haben das selbst gesteckte Ziel, den Auswärtssieg in Heidelberg, nicht erreicht und das Spiel 65:74 verloren. Wie bereits im Vorfeld angedeutet, war es tatsächlich das bisher schwerste und darüber hinaus vielleicht  sogar sonderbarste Spiel im bisherigen Saisonverlauf.
Als Erstes gilt es dem Team von Sebastian Nörber ohne Wenn und Aber Respekt zu zollen, Respekt für 40 Minuten Leidenschaft, Kampfgeist, Willen und dem auf dieser Basis durchaus auch erarbeitenden Glück!
Respekt für Brianna Jones, die vor allem in der ersten Hälfte wichtige Würfe traf. Respekt für Lea Quedraogo, die drei Mal nacheinander cool  abschloss. Respekt für Harriet Ottewill-Soulsby, die mit 22 Punkten und 9 Rebounds sowie fast 37 Minuten Einsatzzeit die Toperformerin und Marathonfrau dieses Spiels war. Respekt für Britta Daub, die ihr Team clever dirigierte und selbst immer wieder erfolgreich den Korb attackierte. Respekt für Melina Karavassius für die überbordende Energie. Respekt für Helena Chatzitheodoros, die 8 von 10 Freiwürfe verwandelte. Respekt für Michala Palenickova, Marcareana Rosset, Laurie Irthum und Marie Kleinert für den 110%igen Einsatz auf und neben dem Feld!
Aber auch den Lions kann kein Vorwurf bezüglich all dieser Komponenten gemacht werden und so war es 30 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe, das wirklich alles bot, was diesen Sport so liebens- und sehenswert macht.
Natürlich gilt es für die Löwinnen mit etwas Abstand betrachtet, zuerst die eigenen Fehlerquellen zu analysieren und es wird definitiv Handlungsbedarf, vor allem erneut bei den Rebounds festgestellt werden.
Aber der Rückblick kann in diesem Fall leider nicht ohne die Erwähnung der beiden Hauptdarsteller des letzten Viertels stattfinden. Hier geht es auch nicht darum, sich als schlechter Verlierer zu präsentieren. Dass Schiedsrichter in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen müssen und in hitzigen Phasen fast jede davon zu Diskussionen anregt, ist allseits bekannt und gehört zum Sport wie das Salz in der Suppe. Doch es geht um Respekt!
Respekt ist ein menschliches Grundbedürfnis. Auch wenn jeder für sich Respekt fordert – ihn zu bekommen oder anderen entgegenzubringen ist keine Selbstverständlichkeit. Respekt ist das Schmiermittel in allen Lebensbereichen der Gesellschaft.
Leider haben die Referees selbigen in den letzten 10 Minuten, zumindest gegenüber  dem Team von Katerina Hatzidaki vermissen lassen.
Das Spiel verlief auch im letzten Viertel mit der gleichen Intensität, aber die Pfiffe glichen nun einem Weihnachtskonzert, jedoch war es für die GISA LIONS eine regelrechte Kakophonie. Hatten die Hallenserinnen nach dem 3. Viertel 13 Fouls auf der nicht vorhandenen Anzeigetafel, waren es am Ende 25. Im Gegensatz dazu erhöhte sich die Zahl bei den BasCats nur von 18 auf 22. Ganze 19 Freiwürfe wurden den Heidelbergerinnen zugesprochen – in den 30 Minuten zuvor waren es  für beide Teams insgesamt nur 24. Der Versuch der Kommunikation wurde mit je einem technischen Foul für Trainerin und Käpitänin  geahndet. Natürlich kann die Frage gestellt werden, warum es nicht gelungen ist, sich auf diese Linie einzustellen – ganz einfach, weil es keine gab! Respekt bekommt man, er lässt sich nicht erzwingen oder einfordern. Aber er sollte stets vorhanden sein. Das hat nicht nur der Basketball, sondern auch jede einzelne Spielerin, Trainer/in, Schiedsrichter/in und alle die für das Gelingen jedes Spieltages sorgen verdient!
Daher, auch wenn die Enttäuschung sowohl beim Team, als auch bei den Fans nicht zwingend zum besinnlichen 4.Advent beitrug, gilt der Respekt auch unseren Löwinnen – Respekt Jasmine, Deeshyra, Laura, Barbora, Rachael, Devran, Lotta, Lilly, Meret, Klaudia, Charlotte, Eilidh, Katerina und Sandra für ein besonderes Spiel!

In der Hoffnung, dass der Rückblick, den Ausblick auf das bevorstehende Spiel am 22.12. 19:30 Uhr in der SWH.arena gegen Göttingen vor allem mental nicht beeinflusst, freuen wir uns auf das letzte Heimspiel der Lions im sich dem zu Ende neigenden Jahr. Mit einer “jetzt erst recht” Stimmung, sollte sich das Team kurz vor der Bescherung mit zwei Punkten belohnen, um sich somit mit wohlklingenden Tönen in eine kurze Weihnachtspause zu verabschieden.

LET’S GO LIONS!

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