Foto: Carola Stolze

VON ANDREA HEISE

Greift man einen Gedanken der Spielankündigung des Löwen-Derbys am Nachvalentinstag auf, kann man behaupten, das ausgegebene Motto – “Du hast keine Chance, also nutze sie!”  hat das Team von Katerina Hatzidaki mit dem dafür notwendigen Löwenherz bravourös umgesetzt.
Auch wenn die Rheinland Lions bedauerlicherweise auf Romy Bär verzichten mussten, waren es am Ende die überbordend lodernden Kämpferqualitäten, die dem Tabellenführer den Sieg in buchstäblich in letzter Sekunden entrissen haben.
Doch der Reihe nach:
Die GISA LIONS starteten konzentriert und zur Freude der Zuschauer wurden die gut herausgespielten Angriffe auch erfolgreich abgeschlossen. Tanacan, Kasparkova, Vanderwal und Simpson ließen die ersten Hoffnungsfunken bei allen Beteiligten auf ein gutes Spiel aufkommen. Aber die Rheinland Lions hatten im ersten Abschnitt vor allem durch Jongeling und Rollersen immer eine Antwort parat, so dass sie auch mit 23:21 in die erste Viertelpause gingen. Im zweiten Viertel erhöhten beide Teams die Aggressivität in der Defense und damit waren Korberfolge auf beide Seiten Mangelware. Mit 13:10 ging auch das zweite Viertel an die Gäste und somit betrug der Rückstand für die Lions zur Halbzeit 5 Punkte. Erneut waren es Tanacan und Kasparkova, die die Aufholjagd nach dem Pausentee starteten. In Minute 25 brachte Thomas ihr Team wieder in Führung, die von der sehr gut aufgelegten Kasparkova noch erhöht werden konnte. Was die Zuschauer im Anschluss erlebten, war dann der Beweis von Cleverness und Können auf Seiten der Rheinland Lions. Erneut Rollersen und nun auch Coussens-Smith sowie Rochelle Wurtz zeigten an beiden Enden des Feldes ihre Qualitäten. Mit jedem erzielten Punkt des Gegners schienen die Hallenserinnen in eine kollektive Schockstarre zu verfallen. Die Sirene zum Viertelende schien wie eine Erlösung. Beim Stand von 41:55 ging es in den Schlussabschnitt, keiner der Zuschauer in der Halle und an den Bildschirmen hätte eine Wette auf Sieg der GISA LIONS abgeschlossen. Aber bekanntlich schreibt der Basketball immer wieder unerklärlichen Geschichten, so auch an einem regnerisch grauen Dienstagabend in der SWH.arena zu Halle. Angeführt von einer defensiv wie offensiv nun auf höchstem Level agierenden Laura Schinkel, die 8 ihrer 10 Punkte im Schlussviertel erzielte, wurde mit unbändigem Willen eine Aufholjagd gestartet, die mit jedem Korberfolg einen neuen Energieschub zu entfachen schien. Als Grudzien 5 Minuten vor dem Abpfiff mit einem staubtrockenen 3-er auf 50:57 verkürzte, war das die ultimative Initialzündung für das gesamte Team an den Sieg zu glauben. Die Entschlossenheit und Willenskraft der Thomas, Kasparkova, Schinkel, Simpson, Grudzien auf dem Feld und die Energie des Teams von der Bank war regelrecht zu greifen und als Schinkel 46 Sekunden vor Schluss mit energischen Zug zum Korb  auf 60:59 stellte, war das zwischenzeitlich noch ungläubige Staunen der Fans in pure Begeisterung verwandelt und die Löwinnen ließen sich diesen Erfolg nicht mehr nehmen. Wie gesagt, träumen sollte nicht nur im Sport immer erlaubt sein.

LET’S GO LIONS!