Foto. Carola Stolze

VON FRANZISKA SEIFERT

„Wir spielen jetzt unseren besten Basketball und ich finde, heute haben wir unser bisher bestes Basketballspiel dieser Saison gezeigt.“, resümiert Katerina Hatzetaki mit einem Lächeln im Gesicht nach dieser denkwürdigen Partie ihrer GISA LIONS des verlegten 22. Spieltages der 1. Toyota DBBL. „Wir waren sehr gut auf die Gegnerinnen und deren Spiel vorbereitet, jede unserer Spielerinnen war bereit und hat dem Team etwas gegeben, wenn sie auf das Feld kam. Darin liegt unsere Stärke.“, erzählt der Headcoach weiter und der Stolz auf ihr Team und dessen Entwicklung ist spürbar.
Und das zu Recht, denn mit dem 108:71-Kantersieg gegen die SNP BasCats aus Heidelberg ist dieser Mannschaft etwas Großes gelungen. Es war der erste Sieg im laufenden Ligabetrieb in der SWH.arena bei dem die magische 100-Punkte-Marke geknackt wurde, seit die Löwinnen vor sieben Jahren ihre Spielstätte gewechselt haben. Aber nicht nur in diesem Aspekt war es ein besonderes Spiel auch sonst war für jeden Basketballfan etwas dabei und es hat einfach Spaß gemacht zuzuschauen. Doch der Reihe nach:
Den besseren Start ins Spiel hatten die Gäste mit zwei schnellen Dreiern und flüssigem Angriffsspiel lagen sie zunächst in Führung. Bei den GISA LIONS verwandelte Barbora Kasparkova die ersten sechs Punkte für ihr Team und bestätigte damit ihre guten Leistungen der letzten Wochen. Beim Stand von 9:12 verwandelte Meret Kleine-Beek ihren ersten Dreier und glich in der sechsten Minute zum 12:12 aus. Kurze Zeit später traf Eilidh Simpson gleich zwei Dreier in Folge. Sie brachte die Löwinnen dadurch mit sechs Punkten in Führung und diese Führung gaben die GISA LIONS auch für den Rest des Spiels nicht wieder her. Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg war in diesem Viertel wieder einmal die Teamdefense. Die Ganzfeldverteidigung der Löwinnen machte den BasCats sichtlich zu schaffen und so stand es 26:20 nach dem 1. Viertel.
Auch im zweiten Viertel spielten die Hallenserinnen einfach gute Defense, das gepaart mit Fastbreaks und hoher Trefferquote ließ den Vorsprung bis zur siebten Minute auf 15 Punkte (45:30) wachsen. Dann verloren die Löwinnen plötzlich etwas den Fokus in ihrem Spiel, leisteten sich einige unnötige Ballverluste und defensive Stellungsfehler. Heidelberg nutzte diese Schwächephase und erzielte neun schnelle Punkte, während Halle nur noch zwei Punkte erzielte. Der Dreier, den Laura Schinkel kurz vor Ende der ersten Halbzeit zum 50:39 traf, war deshalb umso wichtiger. Nach der Pause hatten die Heidelbergerinnen auf eine Zonenverteidigung umgestellt. Damit kamen die Löwinnen zunächst nicht gut zurecht und kamen kaum zum Abschluss. Die Gäste wollten sich nicht einfach geschlagen geben und angetrieben von den nimmermüden Leaderinnen Britta Daub, Brianna Jones und Harriet Ottewill-Soulsby arbeiteten sie sich innerhalb von zwei Minuten bis auf 50:46 heran. Die Trainerin der GISA LIONS blieb jedoch relativ ruhig, nahm keine Auszeit und zeigte Vertrauen in ihr Team. Das dankte es ihr, denn nun war die Aufmerksamkeit wieder da und über gute Teamdefense fanden die Löwinnen zurück ins Spiel. In dieser Phase war es besonders Deeshyra Thomas, die mit unheimlicher Energie sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung agierte und ihrem Team Power und Selbstvertrauen gab. 11 ihrer 26 Punkte machte Deeshyra im 3. Viertel. Das Ende des dritten Viertels war dann etwas für jedes Basketballfan-Herz. Die Löwinnen zwangen die BasCats 1.6 Sekunden vor der Viertelpause zu einem Rückspiel. Den Einwurf für die LIONS übernahm Lotta Stach und ihre Anspielstation sollte Schützin Eilidh Simson sein. Geplant, getan – ein sauberer Block von Klaudia Grudzien und Eilidh hat genug Platz um den Pass von Lotta, kurz hinter der Mittellinie in Richtung Korb zu befördern – und der Wurf sitz mit der Sirene zum 77:57 Zwischenstand.
Im vierten Viertel spielten die GISA LIONS dann völlig befreit auf. Schöne Spielzüge, weiterhin starke Defense und Spaß am Spiel zeigten sie ihren Fans und Sponsoren und dem tollen Publikum in der SWH.arena an diesem Mittwochabend. Ein Dank geht an dieser Stelle an die Schüler der Heinrich-Heine-Schule und des Elisabethgymnasiums, den USV Rhinos und den Halle Falken für ihren Besuch und ihre lautstarke Unterstützung! Meret Kleine-Beek war es vergönnt und lautstarkem Jubel ihres Teams und allen Anwesenden per Dreier zwei Minuten vor Spielende die 100 voll zu machen.

GISA LIONS: Thomas (26 Punkte/4 Rebounds/1 Dreier), Kasparkova (21/4/-), Schinkel (17/2/1), Kleine-Beek (14/1/3), Simpson (14/5/4), Grudzien (5/3/-),  Tanacan (5/2/-), Stach (3/2/1), Kreuter (3/-/-), Vanderwal (-/2/-, 3 Assists)

digitaler Spielbericht